SHOPLOCAL

Lokale Gear Hersteller im Fokus:

Benötig man ein neues Stück Gear, sei es ein Pouch, ein Plate Carrier, ein Gürtel oder einen Sling, so wird man meistens recht schnell fündig. Die Auswahl an solchen Produkten ist groß und namenhafte Hersteller vertehen es, dank zahlreicher Werbung und großer Medienpräsenz, ihre Produkte an den Mann/die Frau zu bringen. Dass es aber auch im eigenen Land eine Vielzahl an kleinen Gear Schmieden gibt, die den bekannten Herstellern in nichts nachstehen, wird gerne übersehen.

Aber warum? Einerseits betreiben die kleinen Gear Hersteller (die oft nur aus einem Mitarbeiter bestehen) nicht die nötige Werbung, um auf sich aufmerksam zu machen – andererseits kann man deren Produkte meistens nicht in einem großen, bekannten Shop kaufen und man erhält erst nach persönlichem Kontakt die Möglichkeit zum Kauf.

Frei nach dem Gedanken „shop local“ wollen wir euch einige dieser kleinen Custom Schmieden in dieser Serie vorstellen. Vielleicht bleibt euch der ein oder andere Hersteller im Gedächtnis und hat das ein oder andere Produkt eurer Begierde für euch im Programm oder fertigt es sogar für euch an.


 

Teil 1: GSK Tactical

737285_324910250946481_274604353_oAuf meiner Suche nach einem neuen Riggers Belt mit der mehr als attraktiven Cobra Schnalle habe ich mich durch unzählige Internetseiten gekämpft – Gürtel um Gürtel, in allen Farben, Formen und Längen. So richtig gefallen mochte mir auf Anhieb keiner.

Gut, das wäre jetzt gelogen – gefallen hätte mir schon einer, jedoch kam dieser Favorit schon alleine aus Kostengründen nicht in Frage. 100€ für einen Gürtel, exkl. Versand- und Importkosten waren dann doch zu viel des Guten. Noch dazu hätte ich das ein oder andere Feature lieber nicht gehabt.

Mike und ich haben uns eine Zeit lang selbst mit dem Thema DIY Gear beschäftigt und das eine oder andere Projekt umgesetzt – beim Stöbern durch die Tactical- und DIY-Foren kam eines Tages der Link zur GSK Tactical’s Facebook Seite per Messenger.

Ich bin mir nicht mehr so sicher, wie ich in Kontakt mit GSK Tactical gekommen bin, ich glaub, es war der Kameragurt, den ich anfangs begehrt hatte. Eigentlich war ich auf der Suche nach einem Riggers Belt, also angefragt, ob denn ein Custom Gürtel möglich sei – klar war es möglich und nach kurzer Besprechnung lag der Gürtel schon unter der Nähmaschine.

Bevor es nun mit dem Gear weitergeht, hier erstmal ein kurzes Interview mit Steve Krüger, dem Chef von GSK Tactical.


 

Interview:

AMNB: Steve, danke, dass du dir für dieses Interview Zeit genommen hast. Stell doch dich und deine Firma uns und unseren Lesern kurz vor.

Steve: Sehr gerne doch. Steve Krüger, 32Jahre, verheiratet und ein Kind. GSK Tactical ist ein kleines Unternehmen aus Berlin in Deutschland und hat sich auf das Herstellen von Ausrüstung spezialisiert, die von dem taktischen Anwender gebraucht wird.

AMNB: Wie ist GSK Tactical entstanden? Dass ein Mann sich freiwillig vor eine Nähmaschine sitzt und näht ist nicht gerade eine alltägliche Vorstellung für viele. Was hat dich dazu bewegt, eigene Ausrüstung zu schaffen?

Steve:  Ja wie kam es dazu? Eigentlich führte das eine zum anderen. Viele Lösungen am Markt haben mir nicht gefallen und waren mir schlicht zu teuer. Ich bin ein Freund von Qualität und bezahle da auch gerne nen Taler mehr für. Ich habe das Glück, dass meine Frau eine Nähmaschine hat und Sie mir gezeigt hat, was man so alles machen kann. Ich habe einfach mal das Geld für Magazintaschen, in Material investiert und mir meine Magazintaschen selber genäht. Ich habe mich da auch angestellt wie der erste Mensch. Aber es wurde mit der Zeit und Übung viel besser.

AMNB: Welchen Ausrüstung bzw. Ausrüstungsgegenstände produzierst du hauptsächlich?

Steve: Mein Sortiment ist eher klein gehalten. Hauptsächlich verkaufe ich Gürtel und diverse Taschen für Flaschen, TQ’s. Kameragurte und GPS Taschen.

AMNB: Wie sieht dein Designprozess bzw. dein Entwicklungsprozess aus? Nähst du munter drauf los oder wird alles akribisch geplant?

Steve:  Es kommt immer auf das Produkt an, für das ich was mache. Bei manchen Sachen habe ich ein Bild im Kopf und plane dann die Umsetzung. Bei manchen Ausrüstungsgegenständen ist es leichter, wenn man alles genau plant und bei manchen Gegenständen gibt halt die Form das Design vor. Manche Ausrüstungsgegenstände mache ich aus dem FF und brauche keine Schablonen mehr. Von denen habe ich aber immer welche da. Genauso auch Muster. Das hilft sehr und verkürzt die Arbeitszeit. Wenn es Kundenwünsche gibt, wird sich ausgetauscht, bis das Ziel erreicht wird.

AMNB: Wie sehen deine Zukunftspläne aus? Gibt es besondere Ziele, die du gerne verwirklichen würdest?

Steve:  Ein gesundes und erfülltes Leben mit meiner Frau und meinem Sohn zu führen. Beruflich erfolgreich zu bleiben und meinen Kunden das beste zu liefern, was machbar ist und das bei fairen Preisen. Beruflich gesehen und mit dem Namen GSK Tactical noch mehr Kunden zu begeistern und natürlich meinen Kundenstamm zu vergrößern.

AMNB: Ich hab mich ja selber schon am Nähen von Ausrüstung versucht, jedoch war der Anfang nicht gerade einfach. Hast du irgendwelche Tips oder Ratschläge für all die DIY-Gear/MYOG Bastler da draußen?

Steve: Klar, never give up. Der Anfang ist nie leicht und man muss durchhalten. Ich habe am Anfang so viel geflucht und Geld in die Tonne gedrückt, dass ich wirklich verzweifelt war. Was aber wirklich wichtig ist, dass man sich Hilfe sucht, egal wie. Nähkurs bei Mutti oder bei gewerblichen Anbietern. Aus dem Internet kann man auch viel lernen. So lange versuchen bis es passt. Achtet auf die richtige Auswahl von Material und Technik.

AMNB: Steve, danke für das Interview und den Einblick in deine Schmiede. Möchtest du unseren Lesern noch etwas mit auf den Weg geben?

Steve: Ich habe zu danken. Bleibt grade und macht was draus. Viel Spaß Euch da draußen.


 

Das Gear

Schauen wir uns nun an, was Steve mit seiner Nähmaschine so alles zaubert. Zum einen haben wir hier den Feldhosengürtel in 38mm Ausführung und natürlich meinen Custom Belt.

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Ich wollte einen Gürtel, der nicht so prominent wie ein Battle Belt ist und trotzdem Molle-kompatible Ausrüstung aufnehmen kann, so dass ich jederzeit Pouches und Zubehör einhängen kann. Wie schon vorher geschrieben gibt es im deutschsprachigen Raum nichts dergleichen und ein überteuerter Belt aus Übersee kam nicht in Frage.

Ich hatte eine genaue Vorstellung, wie dieser aussehen sollte und Steve hat mir meine Idee perfekt umgesetzt.

Der Custom Belt besteht aus 45mm Mil-Spec Nylon Gurtband (MIL-W-4088 Typ 7 Class 1a), 25mm Polyamid Gurtband, Flausch- und Hakenklett und natürlich der AustriAlpin Cobra Buckle. Die Verarbeitung ist top, der Gürtel wurde genau auf meinen Bundumfang angepasst, zunehmen darf ich jetzt allerdings nicht mehr, sonst passt er mir nicht mehr, da die Klettfläche etwas knapp bemessen wurde bzw. hätte etwas mehr Spielraum zum Verstellen sicher nicht geschadet.

Ich trage meistens einen Dump Pouch und andere kleine Pouches am Gürtel, aber auch Magazinpouches lassen sich auf der Molle-Reihe gut befestigen.

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Der Feldhosengürtel dagegen ist sehr schlicht gehalten und macht was er soll: als ganz normaler Hosengürtel dienen. Die Verarbeitung ist ebenfalls top und im Gegensatz zum Custom Belt ist hier die Klettfläche wesentlich größer/länger gestaltet.

Der Feldhosengürtel ist so dezent, so dass ich ihn auch im Alltag tragen kann und er eher als modisches Accessoire angesehen wird als ein Dienstgürtel.

Wir sind gespannt, was Steve in Zukunft alles so zaubern wird. Wer also auf der suche nach einem eine Riggers Belt oder Custom Belt ist, der sollte auf alle Fälle bei Steve vorbeischauen bzw. mit ihm in Kontakt treten.


“Shop Local Gear” Serie

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