Добар дан! – was so viel heißt wie “Guten Tag” auf serbisch. “Serbisch??? Sieht doch aus wie eine AKMS?” – hör ich in den Weiten des Internets schon jemanden in seine Tastatur klopfen.

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Inhaltsverzeichnis:

Was auf den ersten Blick tatsächlich wie eine AKMS aussieht ist in Wirklichkeit eine M70AB2 des serbischen Herstellers “Zastava Oružje AD” oder besser bekannt als “Zastava Arms” und gehört zu den am meist verbreitetsten AK Derivaten im ehemaligen Jugoslawien.

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Um auch in Zukunft eine M70 fachgerecht erkennen zu können solltet ihr auf die zwei markantesten Features der M70 acht geben: das aufklappbare Gewehrgranatenvisier über dem Gas Block und der Upper- und Lower Handguard mit drei Löchern.

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Neben der M70AB2 mit ihrem Underfolding Stock gibt es noch weitere bekannte Varianten wie das M72, ein leichtes Maschinengewehr und Lizenzbau der russischen RPK und das M92, eine kurze Variante der M70 ähnlich der russischen AKSU (jedoch in einem anderen Kaliber).

Weitere Varianten der M70 gibts hier.

Auffälligste Unterschiede zur AKMS sind der Handguard, der Gas Block und der Receiver, der optisch stark dem einer RPK ähnelt.

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Ja, da hat uns LCT mit der Zastava M70AB2 ein echtes Schmuckstück geliefert. Com-Block Fans sind ja schon seit Jahren heiß auf eine solche AEG und nur einige wenige haben es gewagt, sich ihre ganz persönliche M70 aus echten Teilen zu basteln – ja FIDO, da zeig ich mit dem Finger auf dich.

Für den nicht-AK-Fan mag es nur eine von hundert anderen AK Arten sein, für mich ist es doch ein kleiner Traum, der mit der LCT M70AB2 wahr geworden ist.

 


Lieferumfang, Verarbeitung, Details

Die M70 kommt in einer schlichten Kartonbox mit nur 2 kleinen Aufklebern drauf, absolut unspektakulär aber völlig ausreichend. Im Inneren der Box befindet sich die M70AB2, das High Cap Magazin und ein Katalog. Kein Reinigungsstab, keine BBs, nichts. Ein Reinigungsstab wär schon nett gewesen, hat man so einen ja nicht zu Hause, wenn die LCT M70 die erste AEG sein soll.

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Schauen wir uns schnell die Herstellerangaben an: Gearbox Version 3, 910mm lang – 650mm zusammengeklappt, 3.45Kg schwer mit einer Mündungsenergie von 390-430 FPS (0,2g BBs).

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Wie von LCT üblich besteht auch die M70 zum Großteil aus Stahl, Kunststoff und Echtholz. Im Äußeren ist lediglich der Pistolengriff aus Plastik.

Der Upper- und Lower Handguard bestehen aus Echtholz, welches auf den ersten Blick etwas einfach aussieht – ist man gerade in diesem Preisbereich von LCT eine ganz andere Holzqualität gewohnt.

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Schaut man sich aber mal die echte M70 an, dann sieht man gleich, dass die Holzqualität auch nicht besser zu sein scheint und LCT diese nach bestem Wissen und Gewissen nachgebaut hat.

Der Lack der Holzteile ist etwas empfindlich, kleine Kratzer sieht man sofort. Wer einen schönen Lower- und Upper Handguard haben möchte, der passt besser drauf auf. Wer auf den “Used Look” steht kann getrost etwas grober mit der M70 umgehen.

Der Receiver der M70 besteht aus Stahl, Anbauteile wie Gas Block, Front Sight, Rear Sight Block bestehen zum Teil aus Stahl, zum Teil aus Guss. Der Outer Barrel besteht ebenfalls aus Stahl.

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Die Qualität der Stahlteile erinnert stark an die früheren LCT AEGs bzw. als LCT noch OEM für Inokatsu produziert hat. Der Receiver ist wesentlich stärker (Materialstärke) als z.B. der einer LCT AK104 (welche auch um einiges günstiger ist). Es wackelt so gut wie nichts, der Stock hat kein Spiel und lässt sich etwas stramm umklappen. Keineswegs schlecht, die ganze AEG fühlt sich sehr, sehr wertig an.

Man hat von Anfang an das Gefühl, man könnte eine Türe mit dieser AK einrammen – in einem Härtetest würde sie ihrer Konkurrenz um nichts nachstehen.

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Das Gewehrgranatenvisier besteht aus Stahlblech, sitzt am vorderen Ende der Gastube und lässt sich einfach auf- und zuklappen. Es rastet sauber ein und wackelt nicht. Auf der Innenseite befinden sich die Entfernungsmarkierungen zum Visieren der Gewehrgranate. Der entsprechende Flashhider, der benötigt wird um eine solche Granate abfeuern zu können, ist separat erhältlich. Eine Granate kann die LCT M70 natürlich nicht abfeuern, das ganze ist nur Deko.

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Unter dem Flashhider verbirgt sich ein 14mm Counter Clockwise Gewinde (-14mm), somit können alle handelsüblichen Airsoft-Schalldämpfer und Flashhider/Compensatoren verwendet werden.

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Die Sling Aufnahme befindet sich vorne auf der linken Seite der AEG. Sie macht einen etwas schwächelnden Eindruck, das Material fühlt sich “schwach” an und die Aufnahme wackelt etwas. Es wird sich entweder um ein Teil aus Alu oder Guss handeln, so genau kann ich es nicht sagen.

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Das Hop-Up befindet sich da, wo es sich bei allen anderen AKs auch befindet – hinter dem Repetierhebel. Einfach zurückziehen, halten und das klassische AK Hop-Up verstellen. Hebel loslassen, am Sound erfreuen, fertig.

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Das Hop-Up besteht aus Kunststoff und ist sehr gut verarbeitet. Es hat schon in der Vergangenheit für sehr gute Ergebnisse gesorgt und ich würde es nicht zwingend austauschen wollen.

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Zum Lauf kann ich nicht viel sagen, die Schussergebnisse sind gut, die Reichweite ausreichend … mehr als ausreichend.

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Magazine sitzen sehr stramm und wackeln nicht. Es kann vorkommen, dass man manche AK Magazine von Fremdherstellern bearbeiten muss, damit sie in LCT AKs passen. Da ich aber momentan nur LCT kompatible Magazine rumliegen habe, kann ich bei der neuen M70 keine anderen Testen.

 


Platz für Akkus? Begrenzt!

Das größte aller AK Probleme: der Platz für den Akku. Da möchte man meinen, dass die Hersteller mittlerweile gecheckt haben, dass die meisten Spieler keine 2/3A NiCd oder NiMh Akkus mehr verwenden und LiPos und LiFes an der Tagesordnung stehen.

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Leider ist auch in der LCT M70 kaum Platz für einen Anständigen Akku. Der Rear Sight Block ist für NiMh Stick Type Akkus ausgelegt und es passen von Werk aus kaum 3s LiPos und keine LiFe Akkus hinein – er hat einfach einen zu schmalen Durchmesser.

Für LiFe Akkus (im Bild oben, gelb) muss man den Rear Sight Block und den darunterliegenden Teil des Receivers mit dem Dremel bearbeiten. Das dauert eine Weile, (der Stahl lässt sich nur ungern nieder schleifen) verursacht eine Menge Dreck und ist anstrengend.

Ich konnte schlussendlich 2s LiPos mit 1.3Ah der Firma Nano-Tech (Hobbyking) im Rear Sight Block unterbringen. Ein 3s wäre mir natürlich lieber bzw. die LiFe Akkus.

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Liebe Hersteller: bis jetzt hat es genau einer eurer Mitstreiter geschafft, den Rear Sight Block entsprechend groß zu dimensionieren, so dass auch andere Akkus als die klassischen “Stick Types” passen. Der Rear Sight Block hat mehr als genug “Fleisch”, um den Durchmesser etwas größer machen zu können. Noch dazu kann man vom Receiver auch etwas Material abtragen, was dem Akku zusätzlichen Platz schaffen würde.

Wie gesagt, es ist 2014 und nicht mehr 2000, wir verwenden modernere Akkus in unseren AEGs und diese würden wir gerne auch in unseren AKs verwenden können.

 


Kompatibilität mit anderen AKs

Auf den ersten Blick sieht der komplette Handguard der M70AB2 fast gleich lang wie der einer normalen AK aus. Wenn man genauer hinschaut ist er aber ein gutes Stück länger – vorallem die Gastube.

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Das ist insofern interessant, da es ja eine Menge an Schienensystemen, Handguards mit Rails und anderen Anbauteilen gibt, die man vielleicht auf seine M70 montieren möchte.

Der Side-by-Side Vergleich zeigt deutlich, wie lang die Teile der LCT M70 sind.

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Für alljene, die also gerne den Handguard tauschen würden schauts etwas düster aus. Sowohl der Upper- als auch der Lower Handguard sind ein gutes Stück zu lange bzw. die Handguard-Teile einer normalen AK zu kurz. Detailfotos mit Abmessungen findet ihr unten in der Gallery.

Was ihr aber auf alle Fälle tauschen könnt sind der Griff und das Topcover.

Da die M70AB2 kein Siderail besitzt, wird auch die Montage einer Optik erschwert. Puristen würden jetzt behaupten, dass man auf einen solchen “Serbenprügel” keine Optik montiert, jedoch gibt es vielleicht den ein oder anderen Spieler, der gerne eine Tactical AK draus bauen würde.

 


Im Inneren der Gearbox

Schauen wir ins Innere der M70. Zuerst müssen wir die Gearbox aus dem Receiver holen, das geht wie folgt:

Mit einem Innensechkantschlüssel die kleine Madenschraube an der Top-Cover Halterung lockern und das Gestänge samt Repetierhebel entfernen.

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Die Schraube vom Fireselector lockern und diesen entfernen.

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Das Rear Sight entfernen und die beiden Madenschrauben darunter lockern.

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Den Outer Barrel samt Rear Sight Block nach vorne ziehen, das Nozzle sollte nun frei sein.

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Gearbox aus dem Receiver nehmen.

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Geschafft, die Gearbox liegt nun frei vor uns. Schauen wir hinen.

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LCT hat die Gearbox im Vergleich zur 100er AK Serie noch etwas verbessert. Das Material der Shell sieht wesentlich besser aus und die Gearbox verhält sich im Allgemeinen etwas anders – sie klingt sauberer, die Gears haben ein akzeptables Shimming und die Kompression den Cylinders ist absolut perfekt.

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Die Gears sind sehr gut gefettet, es sieht alles sehr sauber aus in der Gearbox. Das ist auch ein eher seltener Anblick. Selbst nach der Testphase schaut die Gearbox noch immer aus wie neu.

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Im Inneren werken eine Feder, die sich irgendwo im Bereich von SP120 ansiedeln dürfte, ein Spring Guide aus Kunststoff (den hätte man ruhig aus Metall machen können bei der verbauten Federstärke), ein Edelstahzylinder, ein Edelstahl Cylinder Head mit doppelter Dichtung, ein Full Teeth Piston mit Stahlzähnen (sehr löblich!), eine Tappet Plate aus Kunststoff und ein Nozzle mit O-Ring.

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Die Gearbox selbst ist top, einzig der Spring Guide macht mir etwas sorgen. Der Motor der M70 ist etwas schwach auf der Brust und könnte einen Satz stärkerer Magneten gut vertragen. Das Ansprechverhalten mit einem 2s Lipo ist aber absolut ok.

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Chrono & ROF Test

https://www.youtube.com/watch?v=nlIEOmA-dn8

Verwendet wurden 0,2g BBs und ein 2s LiPo Akku mit 1.3Ah.

Die M70 liefert im Schnitt 413FPS oder 1,59J. Wie man im Video sehen kann, ist die Schussleistung sehr konstant. Für Spielfelder in Österreich einen Tick zu heiß, die meisten erlauben 400FPS bis 410FPS als Maximum.

 


Fazit

Mit der M70AB2 liefert LCT eine AEG wie aus alten Tagen: top verarbeitet, solide und mit hervorragender Leistung. Ob der Verkaufspreis von rund 400USD gerechtfertigt ist, ist schwer zu sagen.

Die Verarbeitung gegenüber den günstigeren LCT Modellen der AK Reihe ist deutlich besser, die Materialien wirken solider. Echtholz kostet bei LCT immer ein Eck mehr als Kunststoff, auch wenn das Holz hier nichts besonderes ist.

Die Gearbox ist ebenfalls besser Verarbeitet als bei vergleichbaren Modellen.

Die geringe Kompatibilität zu herkömmlichen AK Zubehörteilen macht ein Customizing der AEG schwer, was den Käuferkreis etwas einschränken dürfte.

Die M70AB2 ist eine AEG für Liebhaber und Sammler. Wer Gefallen an hochwertig verarbeiteten AK Derivaten findet, bekommt mit der LCT M70AB2 eine hervorragende Replika der am meist verbreitetsten AK Variante im Ex-Jugoslawien .

 


Wo gibt’s die M70?WGC SHOP LOGO

Die LCT M70AB2 bekommt ihr bei WGC Shop in Hongkong. Für Spieler aus Deutschland gibt es aktuelle noch keine Bezugsquelle.

 


LCT Airsoft

LCT AIRSOFT // ZASTAVA M70AB2 RELEASED

Danke an LCT Airsoft, die uns diese M70AB2 für unseren Testbericht zur Verfügung gestellt haben.

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